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Wer sich vor das Aquarium von Michael Hoebink stellt und sich ganz auf das bunte Treiben drinnen konzentriert, fühlt sich fast so, als wäre er Schnorcheln im Roten Meer. Die großen Korallen in den ganz unterschiedlichen Farben und Formen versetzen den Beobachter in ein kleines Unterwasser-Paradies. Dort tummeln sich Falterfische, ein Clownfisch zieht gemächlich seine Runden und zwei Doktorfische kommen ganz neugierig an die Scheibe geschwommen, während zwei Einsiedlerkrebse die Steinchen am Boden nach etwas Essbarem durchsuchen. „Irgendwo unter den Steinen ist auch noch ein Seestern, aber den sieht man eigentlich nie“, verrät Michael Hoebink, zweiter Vorsitzender der Aquarien- und Terrarienfreunde.
Die Geschichte der Aquarien- und Terrarienfreunde ist bunt. 1978, zunächst unter dem Dach des Vogelzuchtvereins trafen sich die Mitglieder monatlich im Kolpinghaus - hier nach strengen Regeln und Statuten. Schnell merkten die Liebhaber exotischer Tierarten, dass das Hobby so zu kurz kam. Nach dem Ausscheiden der älteren Mitglieder wurde alles neu geordnet. „Wir wollten uns in einem lockeren, ungezwungenen Rahmen treffen, um unsere Erfahrungen auszutauschen“, erinnert sich Heinz Brückner, erster Vorsitzender des Vereins.
So beschloss der Verein, sich nur noch in privater Umgebung zu treffen. Im Rahmen von Fahrradtouren kommen die Vereinsmitglieder über ihr Hobby ins Gespräch, aber auch die Beobachtung in der Natur kommt nicht zu kurz. Verschiedene Naturteiche und Naturschutzgebiete werden über die Jahre in ihren Entwicklungsphasen verfolgt. Ebenso wird die Beobachtung des Lebens in den Gewässern sehr genau genommen. Abschließend kehren die zehn immer bei einem der Mitglieder ein. „So sehen wir jeden Monat ein anderes Aquarium oder Terrarium und tauschen uns aus“, erklärt Hoebink. Dabei habe er persönlich irgendwann den Mut gefasst, durch den Zuspruch der Vereinskollegen sein Süßwasseraquarium gegen ein Meerwasseraquarium zu tauschen, was immer schon mal ein Wunschgedanke war. „Das ist jetzt zehn Jahre her und es läuft super“, resümiert der Emsdettener. „Wir pflegen im Verein zu zweit Meerwasserfische, so dass wir uns jederzeit austauschen können.“
Anfang der 1990er Jahre sahen die Vereinsmitglieder die Haltung von Meerwasserpfleglingen kritisch: Zu dem damaligen Zeitpunkt steckte die Technik noch in den Kinderschuhen, Pflege und der Betrieb waren risikoreich, denn nicht selten fanden die Pfleglinge den Tod. In der Zwischenzeit hat sich sehr viel getan. Mit der heutigen Technik kann grundsätzlich jedes Aquarium erfolgreich betrieben werden, aber natürlich hängt auch sehr viel vom Pfleger ab – von der Erfahrung und der Bereitschaft, sich in das Hobby einzulesen, um damit den Grundstock für ein schönes Aquarium mit gesunden Fischen und Pflanzen zu legen.
„Für mich steht das Tier an erster Stelle“, stellt Michael Hoebink klar. Er fing zuerst mit einem 200-Liter-Aquarium an, um sich das nötige Wissen anzueignen. „In dieser Zeit habe ich Bücher regelrecht verschlungen, um von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Auch Internetforen haben mit sehr geholfen“, sagt er rückblickend. Nach zweijähriger „Lehrzeit“ im Bereich der Meerwasseraquaristik tauschte er auch sein Süßwasser-aquarium gegen ein ebenso großes Meerwasseraquarium aus. Mittlerweile gedeihen seine Fische und niederen Tiere prächtig, seine Korallen sind inzwischen über 50 Zentimeter groß. „Ich kann nur jedem raten, Geduld aufzubringen. Ich betreibe das Hobby jetzt seit 44 Jahren und habe so manchen Fehlschlag erlebt. Aber man darf deshalb nicht aufgeben, da einem sonst das Faszinierende an diesem Hobby verborgen bleibt.“ Seit seinem achten Lebensjahr hat Hoebink immer ein Aquarium gehabt. „In Spitzenzeiten hatte ich 20 Aquarien, in denen ich gezüchtet habe und den Nachwuchs an Zoofachhandel verkauft habe. Dazu zählten auch Schildkröten und Chamäleons.“ Heute ist sein Aquarium nicht mehr so pflegeintensiv. Wenn die Technik einmal richtig eingestellt ist, läuft alles automatisch. „Den Tieren mangelt es dann an nichts“, erklärt er und das sieht man auch, wenn man seine Aquarien in Augenschein nimmt. Alles ist farbenfroh und lebendig.
Kollege Andreas Hüser hat sich auf Pfeilgiftfrösche spezialisiert und musste auch in diesem Bereich einige Fehlschläge hinnehmen. Krankheiten und Probleme mit der Terrarienkonstruktion erschwerten den Einstieg. „Dann fängt man halt nach einer gründlichen Vorbereitungsphase wieder von vorne an. Es ist wichtig, aus Fehlern zu lernen“, sagt er rückblickend. „Wenn dann alles läuft, dann wird man mit erfolgreichen Nachzuchten belohnt.“ Im Falle von Pfeilgiftfröschen sind diese natürlich wertvoll und sehr begehrt.
Alles in allem sind die zehn Mitglieder des Vereins sehr zufrieden mit ihrem Hobby. „Es macht einfach Spaß, die verschiedenen Pfleglinge bei unserem monatlichen Treffen zu beobachten“, so Johannes Frieling, der Schlangen und einen Leguan pflegt. Darüber hinaus ist im Verein nach wie vor der afrikanische Buntbarsch weit oben auf der Hitliste. Aber alle Vereinsmitglieder sind davon überzeugt, auch in Zukunft die Abwechslung durch die Pflege anderer Tiere zu erhalten und dadurch neue Erfahrungen zu sammeln.
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Autor: Daniela Lepper Eingestellt am: 22. Februar 2012, 08:53 Uhr Eingestellt unter: Hobby & Verein |
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| Abgedruckt in: Stadtjournal Emsdetten, Ausgabe 4 Alle Artikel aus dieser Ausgabe |
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