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Bereits im Oktober 2010 war der Masterplan Ortskernentwicklung von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) erstellt worden. Bisher war er für alle zugängig über die Internetseite der Gemeinde abrufbar. So freute sich Bürgermeister Kellinghaus, dass er zur öffentlichen Diskussion über die Vorschläge des Masterplans nicht nur die Projektleiter Dr. Stefan Holl und Andrea Meyer-Delpho (GMA) begrüßen konnte, sondern auch rund 70 interessierte Zuhörer.
Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ mit diesen Worten forderte der Bürgermeister die Zuhörer auf, sich an der Diskussion zu beteiligen, sich einzubringen und bei kritischen Anmerkungen „kein Blatt vor den Mund“ zu nehmen, denn nur so könnte man sich weiterentwickeln und auf Herausforderungen reagieren. Bezogen auf den Veranstaltungskalender und die vielen Jubiläen in diesem Jahr zeigte sich der Bürgermeister besorgt, dass er zur „Partymaus“ werden könnte. Es tät sich viel in Mettingen, aber oftmals zu viel innerhalb einer kurzen Zeit. „Wir müssen die ehrenamtlichen Kräfte stärker bündeln und mehr über die geplanten Aktivitäten miteinander reden.“ Dr. Holl stellte zunächst die aktualisierten Daten für Mettingen vor. „Mettingen hat 77 Betriebe, die Handel betreiben, auf einer Verkaufsfläche von 23.000 qm
mit einer Umsatzleistung von 47 Mio. Euro“ Bei einem guten Kaufkraftniveau zeige sich in Mettingen eine ähnliche Entwicklung wie in vielen ländlich strukturierten kleineren Orten. Die Probleme seien fast überall gleich: Weniger Handel mit lokalem Bezug und immer weniger inhabergeführte Betriebe und zunehmende Leerstände, die Dr. Holl als Geißel des Einzelhandels im 21. Jahrhunderts bezeichnete. Zunehmend gewinne er leider auch manchmal den Eindruck, dass dies den Bürgern egal ist, wenn nur ausreichend Großmärkte schnell erreichbar sind, oder die Waren im Internet zu erwerben sind. Erst wenn auffällig immer weniger Leben im Ort ist, dann würden viele Bürger erst wach nach dem Motto „Bürgermeister mach mal“.
Anhand einer Stärken-Schwächen-Analyse stellte Dr. Holl die Vorteile für Mettingen heraus. Mettingen sei ein Ort der kurzen Wege, mit einer kompakten Ortsmitte, einer guten Anbindung und ausreichend kostenfreien Parkplätzen, aber mit Entwicklungspotential in einigen wichtigen innerstädtischen Branchen. Nachteilig wirkten sich der starke Wettbewerb im Umfeld (Ibbenbüren und Osnabrück) und die teilweise zu geringen Betriebsgrößen und kleinteiligen Angebotsstrukturen im Zentrum aus.
Aus städtebaulicher Sicht könnte die Aufenthaltsqualität im Ortskern hin zu mehr erlebnisorientierte Wohlfühlinnenstadt, z.B. durch mehr Außengastronomie im Sommer verbessert werden. Fehlende einheitliche Kernöffnungszeiten, geringe konsequente Marketingaktivitäten im Umland und eine unzureichende Ausnutzung des touristischen Potentials zählten zu den Schwachstellen. Der Wochenmarkt, als ein zentraler Faktor und Frequenzbringer, müsste „aufgefrischt“ werden. Einige Betriebsinhaber sollten die Präsentation ihres Betriebes durchaus mal kritisch betrachten nach dem Motto: „Würde ich hier einkaufen?“
Auf die Frage von Bürgermeister Kellinghaus: „Wie gehen andere Orte mit den Leerständen um?“, erhielt er von Dr. Holl eine ehrliche Antwort. Auch in Mettingen werde nicht alles wieder vermietbar sein. „Betreiben Sie keine Mängelverwaltung, sondern gehen Sie von einer planerischen Lösung als Folgenutzung aus.“ Die Gemeinde könne aber nur die Rahmenbedingungen schaffen und planungsrechtlich und durch eine unterstützende Beratung des Fachbereiches Wirtschaftsförderung helfen. Die Entscheidung über die Folgenutzung treffe aber der Eigentümer.
Viele Fragen hatten der Bürgermeister und die Vertreter der GMA an diesem Abend zu beantworten. Wie kann ich bessere Rahmenbedingungen schaffen? Sollte die Parkraumregelung geändert werden? Wie erfährt ein Mietinteressent von dem Angebot in Mettingen? Was können wir tun, damit sich auch junge Menschen in Mettingen wohl fühlen? Was gehört zu einer Wohlfühlgemeinde dazu? Ein junger Diskussionsteilnehmer erklärte: „Wenn ich in der Schultenwiese oder beim Lidl einkaufe, steige ich anschließend ins Auto und fahre nach Hause, nichts lockt mich in den Ortskern“. Herr Dr. Holl teilte seine Auffassung, die Achse über den Schultenhof ins Dorf, bzw. über die Westerkappelner Straße müsse attraktiver gestaltet werden. Jochen Aulkemeyer forderte die Mettinger auf, sich durch das eigene Einkaufsverhalten mehr zum Standort Mettingen zu bekennen und dadurch auch die heimische Wirtschaft mehr zu unterstützen.
Das Mettinger Ortsmarketing ist 1999 gegründet worden und sei sicherlich nicht gescheitert, so die Aussage von Bürgermeister Kellinghaus. Viel sei in dieser Zeit bewegt worden und viele Ziele seien umgesetzt worden. Von den seinerzeit gegründeten vier Arbeitsgruppen sind zwei Gruppen auch weiterhin aktiv. Hier ist ein breites Spektrum an ehrenamtlicher Arbeit geleistet worden. Es ist jetzt an der Zeit, die damaligen Ziele zu überprüfen und anzupassen. In ehrenamtlichen Arbeitskreisen mit allen Vereinen und allen interessierten Bürgern soll die Arbeit neu strukturiert wieder aufgenommen werden.
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Autor: Pressedienst Eingestellt am: 17. Februar 2012, 08:57 Uhr Eingestellt unter: Aktuell |
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| Abgedruckt in: Marktplatz Mettingen, Ausgabe 12 Alle Artikel aus dieser Ausgabe |
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