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„Das Klima auf Deutschlands Straßen wird rauer“, konstatieren die Deutschen Versicherer. Ihre Aussage stützt sich auf eine repräsentative Befragung zum „Verkehrsklima 2010“.
Vorangestellt wird das: Nur jeder zweite Befragte fühle sich im Straßenverkehr noch sicher. Woran liegt’s? – Erklärungen ließen sich in den Bekenntnissen Befragter finden. Beispielsweise räumten 44 Prozent ein, dass sie es als Fußgänger mit Ampelrot nicht so genau nähmen. „Sich ums Ampelrot gar nicht zu scheren“, gaben fünf von 100 Fußgängern zu. „Ähnlich sieht es bei den Radfahrern aus“, klagen die Versicherer. Auch 78 Prozent der befragten Autofahrer beichteten, „2010 mindestens einmal eine rote Ampel“ missachtet zu haben. Eine Überraschung sind die Resultate der Befragung zum „Verkehrsklima 2010“ nicht, lediglich ein Spiegelbild dessen, was Verkehrsteilnehmer tagtäglich erleben. Klare Regelverstöße nämlich. Dass Ordnungshüter das Ignorieren von Vorschriften mit unterschiedlicher Aufmerksamkeit ahnden, fällt seit Langem auf. Neu ist die Beobachtung jedenfalls nicht, dass die Polizei zuerst ein Auge für solche Vergehen hat, die üppigere Bußgelderlöse einbringen. Auch ein anderer Eindruck verstärkt sich: Offenbar ist kaum Strafe zu befürchten, wenn sich das eine oder andere Fehlverhalten bereits zu einer Art geduldetem Gewohnheitsrecht gemausert hat. Da verzichten Motorisierte zu Beginn von Überholmanövern zunehmend aufs Blinken, und Radfahrer verwirklichen mit größter Selbstverständlichkeit einfallsreiche Vorwärtsstrategien. Sie ignorieren Ampelrot und okkupieren zudem innerstädtische Gehwege, um per Slalom um verschreckte Fußgänger herum zügiger voranzukommen als im Fahrzeugstau auf der Straße.Zu den vermeintlichen Gewohnheitsrechten im Ergebnis anhaltender Missachtung von Vorschriften scheint zu zählen, dass die Mehrheit der Radfahrer eine Beleuchtungsanlage an ihrem Gefährt inzwischen für entbehrlichen Luxus halten darf. Die Polizei guckt weg. Anders ist die Duldung der unzähligen lichtlosen Radfahrer nicht zu erklären. Denen scheint einfach nicht bewusst zu sein, dass sie zu allererst sich selbst in Gefahr bringen, wenn sie bei Dunkelheit ohne Licht unterwegs sind. Soll den Straßenverkehr verständnisvolles Miteinander sicherer machen, müssen Fahrzeugführer verinnerlichen, dass jede Fahrzeugart bestimmte Vorzüge, aber eben auch spezielle Handicaps hat. Platzbedarf und Motorleistung sind nicht die einzigen Unterschiede, die es zu respektieren gilt. Ehrgeiz und Konkurrenzgebaren – ganz gleich in welcher Form – gehören nicht in den Straßenverkehr. Bestandsaufnahmen zum Verhalten von Verkehrsteilnehmern wie im „Verkehrsklima 2010“ bringen Nutzen, wenn aus erkannten Defiziten Konsequenzen gezogen werden. Um groß angelegte Disziplinübungen geht es ja gar nicht. Auf Deutschlands Straßen herrscht schließlich kein Chaos. Nützlich wäre aber mehr Bereitschaft zu rücksichtsvoller Umsicht. Zeigen könnte sich das Mitdenken etwa daran, dass ein Pkw platzsparend abgestellt wird und ein Zweiter eine Chance zum Parken hat. Und manchmal ist es nichts weiter als ein kleiner freundlicher Wink mit der Hand, der das Miteinander fördert oder eine kritische Situation umgehend entschärft. Auch im neuen Jahr werden Fahrzeugführer wie Fußgänger reichlich Gelegenheit haben, mit eigenem Verhalten ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr zu fördern. Möge jeder, der sich stets partnerschaftlich verhält, auch persönlich Situationen erleben, in denen er von der Rücksichtnahme anderer profitiert. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)
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Autor: Auto-Reporter.net Eingestellt am: 31. Dezember 2011, 11:55 Uhr Eingestellt unter: Meinung |
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