PDF, 4,86 MB
Was hat die europäische Schuldenkrise mit Verkehrssicherheit zu tun? – Eigentlich nichts. Beide Themen aber eint: Sie werden EU-konform angegangen. Im ersten Fall heißt die Lösung, die drückende finanzielle Last eines Schuldners auf die Schultern aller zu verteilen.
Wie immer der verzweifelte Kraftakt auch genannt werden mag, hinnehmen muss der einzelne EU-Steuerzahler, am Abtragen von Schuldenbergen persönlich beteiligt zu werden, auch wenn er an deren Entstehen keinerlei Anteil hatte. Die EU-Großfamilie sitzt in einem Boot. Da gibt es Verhaltensregeln. An Vorgaben aus der Zentrale soll sich auch die Verkehrssicherheit in den EU-Ländern ausrichten. Brüssel pocht auf Harmonisierung der Spielregeln im Straßenverkehr. Regelmäßig sind es die deutschen Autobahnen, die in den Mittelpunkt entsprechender Debatten rücken. Streckenabschnitte ohne Tempolimit sind den EU-Normierern seit Langem ein Dorn im Auge. Man könne schließlich „keine Insel der Glückseligen bilden, in einem Meer von Staaten, die alle seit Jahren eine Geschwindigkeitsbegrenzung kennen und damit gute Erfahrungen gemacht haben“, gab ein Verkehrspsychologe in einem Interview des DVR-Magazins „report“ die Denkrichtung vor. Es ist, als folgte solche Orientierung dem Ansatz, dass es im vereinten Europa für Deutschland keine wie auch immer gearteten Sonderrechte geben dürfe. Derweil fahren die Engländer weiter links. Kraftlos bleibt das Argument, deutsche Autobahnen dürften als „Insel der Glückseligen“ keinen Bestand haben, weil andere EU-Länder ihre Trassen längst mit Tempolimits belegt hätten. Zählen soll offenbar nicht, dass deutsche Autobahnabschnitte ohne Tempolimit ausnahmslos beispielhaft ausgebaut und gesichert sind. Nicht zuletzt erklärt auch das, warum solche Tempo-Abschnitte in der Statistik nicht als typische Unfallschwerpunkte erscheinen. Bemerkenswerte Information des Statistischen Bundesamtes: Von 2000 bis 2010 hat sich die Zahl der auf deutschen Autobahnen tödlich verunglückten Personen um 53 Prozent verringert. Wer im Tempolimit die erste Voraussetzung oder gar eine Art Garant für unfallfreies Fahren sieht, dem muss schwerfallen anzuerkennen, dass es meist ausgerechnet die Schnellen sind, die offensichtlich konzentrierter als andere fahren. Weil sie nicht weit kämen, wären sie nicht in jeder Sekunde mit allen Sinnen bei der Sache. Leider erfassen Unfallstatistiken nicht, wie oft Auto- oder Motorradfahrer, die dort, wo das erlaubt ist, zügig unterwegs sind, nicht der eigenen hohen Fahrgeschwindigkeit zum Opfer fallen. Sie scheitern am saumseligen Verhalten derer, die einfach nicht verinnerlichen, dass Autobahnen in erster Linie Schnellstraßen sind, die alle Aufmerksamkeit und tätige gegenseitige Rücksichtnahme, nämlich ein Mitdenken mit dem anderen fordern. An öffentlicher Auseinandersetzung mit Schnellfahrern mangelt es nicht. Stets verkürzt sie sich auf den abgenutzten Vorwurf des Rasens. Wer ihn macht, kann vermutlich nicht erklären, wo eine so bezeichnete Fortbewegung beginnt. Denkbare Szenarien sind viel zu komplex, um überzeugend urteilen zu können. Schnellfahren allein macht vermeintliches Rasen nicht aus. Wenn schon, dann prägten solchen Vorwurf auch das jeweilige Umfeld, die konkrete Situation und das benutzte Fahrzeug. Einmal mehr möge daran erinnert werden, dass unser Land, in dem einst das Auto erfunden wurde, eines der weltweit leistungsfähigsten Autobahnnetze vorweisen kann. Auf die Existenz dieser Schnellstraßen gründen sich nicht zuletzt Anspruch und Erfolge deutscher Automobilbauer. Aus gutem Grund testen ausländische Wettbewerber die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit ihrer Autos immer wieder auch auf deutschen Autobahnen, vor allem auf solchen ohne Tempolimit. Obwohl lediglich etwa 40 Prozent der rund 12.800 Autobahnkilometer in Deutschland ständigen oder temporären Geschwindigkeitsbegrenzungen unterliegen, zählen unsere Autobahnen nachweislich zu den sichersten Straßen der Welt. Das erklärt, was aus Berlin verlautet: Ein generelles Tempolimit sei mit der derzeitigen Regierung nicht zu machen. Die EU will und wird fortfahren mit dem Einebnen nationaler Gepflogenheiten. Der Ehrgeiz hat ideologischen Hintergrund. Schließlich wird Kurs auf die Vereinigten Staaten von Europa genommen. Gern wird der Blick aufs Vorbild, die USA, gerichtet. Allein die Vielsprachigkeit und die höchst unterschiedlichen Lebensgewohnheiten der Europäer setzten einem einfachen Kopieren amerikanischer Spielregeln Grenzen. Um beim Thema zu bleiben: Wahrgenommen werden sollte aber, dass es sogar amerikanische Bundesstaaten gibt, die das Tempolimit auf den großen Autotrassen, sogenannten Interstates, abschafften. Dafür muss es Gründe gegeben haben. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)
|
Autor: Auto-Reporter.net Eingestellt am: 6. Dezember 2011, 16:10 Uhr Eingestellt unter: Meinung |
|---|
Unsere Stadtmagazine
Dorfgespräch Recke |
Stadtjournal Ibbenbüren Stadtmagazin Haushaltsverteilung |
Service für Sie im Netz aktuelle Nachrichten |
Kunden-Internetseiten
VITA - Patientenmagazin |
OnlinemarketingWerbung schalten BranchenLexikon Anzeigenpreise |
