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„Im Sturm der Schulden- und Finanzkrise, der momentan über Europa hinwegfegt, zeigt sich der industrielle Sektor einmal mehr als Fels in der Brandung“, so Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes Automobilindustrie (VDA), auf einer Podiumsdiskussion in Berlin.
Insbesondere die deutsche Industrie sei Motor der europäischen Wirtschaft. Diese Wort hört man wohl. Möge diese Standhaftigkeit auch 2012 anhalten. Immerhin hat die EU-Kommission gerade einen eher düsteren Ausblick auf 2012 in den Raum gestellt. Hausgemachte Probleme könnten zusätzlich künftig die Wirtschaftskraft der leistungsstärksten Länder in der Europäischen Union belasten, wenn das von der EU beschlossene „Sixpack“ im Dezember in Kraft tritt.Grund für Wissmanns positive Bilanz sind die rund 26 Prozent, die die deutsche Industrie zur industriellen Bruttowertschöpfung der Europäischen Union beisteuert. So habe in Deutschland das produzierende Gewerbe mit rund einem Viertel den größten Anteil an der Bruttowertschöpfung. Zusammen mit den industrienahen Dienstleistungen liege der Anteil sogar bei einem Drittel. Den Löwenanteil an den deutschen Exporten hält mit 90 Prozent die Industrie; allein die Automobilindustrie deckt ein Fünftel aller Ausfuhren ab. Drei von vier in Deutschland gebauten Autos werden ins Ausland verkauft. Bereits die Krise 2008/2009 habe gezeigt, dass Finanzwirtschaft und Dienstleistungen zwar wichtig seien, aber Volkswirtschaften auf sie allein nicht bauen könnten. „Nur mit einer starken Realwirtschaft, mit einer starken industriellen Basis, werden wir die Herausforderungen in Deutschland und Europa meistern“, so Wissmann. Gerade die Realwirtschaft ist es aber, die EU-Ökonomen in Gefahr sehen. Ein Übergreifen der Krise auf die Realwirtschaft schließen sie nicht mehr aus. Währungskommissar Olli Rehn bei der gestern vorgestellten Herbstkonjunkturprognose: „Das Wachstum in Europa ist zum Stillstand gekommen, und es besteht das Risiko einer erneuten Rezession.“ Befürchtet wird, dass nicht nur Unternehmen, sondern auch Verbraucher bei ihren Ausgaben zurückhaltender würden.Um eine „Infektion“ der Realwirtschaft durch die erratischen Finanzmärkte zu vermeiden, forderte der VDA-Präsident die Politik auf, überzeugende Regulierungskonzepte durchzusetzen, um die Finanzmarkt-Turbulenzen in den Griff zu bekommen, und der Schuldenkrise durch glaubwürdige Sparkonzepte zu begegnen. In dem Zusammenhang ging Wissmann auf das vor wenigen Wochen vom Europäischen Rat und EU-Parlament beschlossene Economic Governance Paket („Sixpack“) ein. Das im Dezember in Kraft tretende Paket soll eine Art Schulden-Frühwarnsystem sein, das mehr Transparenz schafft und schnelleres Handeln ermöglicht. Es sieht u.a. eine regelmäßige Kontrolle der nationalen Reformprogramme durch die Kommission sowie automatisierte Sanktionsverfahren vor. Wissmann: Eine europäische Schuldenbremse sei nötig, ebenso die wirksame Sanktionierung der „Schulden-Unkultur“. Deutliche Kritik übte der VDA-Präsident aber an einer ebenfalls im „Sixpack“ enthaltenen Regelung. Nach ihr könnten zukünftig auch Länder mit Leistungsbilanzüberschüssen für makroökonomische Instabilität verantwortlich gemacht und zu Reformen aufgefordert werden. Sogar Strafzahlungen sind kein Tabu. „Auch wenn wir aktuell andere Signale aus Brüssel hören, sehen wir diese Beschlüsse mit Sorge“, sagte Wissmann. So diene Exportstärke dem EU-Binnenmarkt insgesamt und trage gerade in der jetzigen Situation zur Stabilisierung Europas bei. „Wenn Europa im weltweiten Wettbewerb bestehen will, dürfen nicht die Schwächsten die Maßstäbe setzen, sondern die Innovativsten und Besten“, betonte der VDA-Präsident. (Auto-Reporter.NET/arie)
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Autor: Auto-Reporter.net Eingestellt am: 11. November 2011, 16:19 Uhr Eingestellt unter: Meinung |
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