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Tauchen ist ein beliebtes Hobby. Viele genießen die farbenfrohe Unterwasserwelt und die Ruhe. Doch bei den Einsatztauchern der DLRG kann es bei ihren Einsätzen durchaus auch mal Ernst werden. Um immer wieder neue Mitglieder für diese Aufgabe zu gewinnen, bietet die Ortsgruppe Neuenkirchen-Wettringen alle zwei Jahre Tauchgrundkurse an.
Die Kurse werden in jedes Mal gut angenommen“, freut sich DLRG-Vorsitzender Günter Hemelt, der die Kurse gemeinsam mit dem Tauchwart Michael van den Berg leitet. Der Lehrgang dient als Einstieg ins Tauchen. Einige betreiben den Sport unter Wasser danach weiterhin als Hobby, aber Hemelt hofft natürlich, dass der ein oder andere sich zum Einsatztaucher weiter qualifizieren möchte. „Wir sind schließlich eine Hilfsorganisation.“
Die Ausbildung nach den internationalen Richtlinien der CMAS, also eines internationalen Tauchsport-Dachverbandes, erfolgt zunächst im Frei- bzw. Hallenbad, die Übungstauchgänge später auch in den Seen der näheren Umgebung, um die Teilnehmer an die erschwerten Sichtverhältnisse und äußeren Gegebenheiten in Seen und Flüssen zu gewöhnen. Laut Prüfungsordnung müssen sechs Einheiten Theorie und fünf Prüfungstauchgänge absolviert werden. „Aber wir sind der Meinung, dass das nicht ausreichend ist, um die Grundlagen sicher zu beherrschen und machen 20 bis 25 Einheiten Theorie und mindestens zehn Übungstauchgänge im Freiwasser, bevor die fünf Prüfungstauchgänge absolviert werden“ erklärt der langjährige Taucher. Tauchmedizin, Physik, Umgang mit Geräten wie Flossen, Schnorchel, Maske, Gerätekunde und die Erste Hilfe bei Tauchunfällen sind Themen, die in der Theorie vermittelt werden. Alle Eventualitäten, die bei einem echten Tauchgang passieren können, werden bei den Übungstauchgängen geprobt. Hier werden gängige Unterwasserzeichen geübt und z. B. die Situation durchgespielt, was zu tun ist, wenn ein Gerät ausfällt. In diesem Fall geht es zum Beispiel um Wechselatmung unter Wasser, d.h., dass zwei Taucher sich eine Tauchflasche teilen und immer abwechselnd atmen. Ferner wird einen geregelter Aufstieg auch in Notsituationen oder die Bergung eines bewusstlosen Tauchers geprobt.
Bis die Gruppe, die im Moment den Grundkurs absolviert, bereit ist für den Tauchgang im See, vergeht einige Zeit: Das ganze Equipment muss ausgepackt, überprüft und verbunden werden. Ein Briefing, bei dem die Gruppeneinteilung festgelegt wird und eventuelle Besonderheiten des Tauchplatzes sowie die durchzuführenden Übungen besprochen werden, wird durchgeführt. Dann quetschen sich die Taucher in ihre Neoprenanzüge, die Flossen werden übergezogen und die Taucherbrillen aufgesetzt. Rückwärts gehen sie ins Wasser. Dort werden die Sicherungsseile der jeweiligen Partner, die gemeinsam eine Tauchübung absolvieren, verbunden. Denn beim Anfängerkurs bilden immer ein Tauchlehrer und ein Schüler ein Team.
Wer den Kurs erfolgreich abgeschlossen hat, kann ab 15 Jahren auch die Ausbildung zum Einsatztaucher absolvieren. Die körperliche Eignung muss jährlich neu nachgewiesen werden (G31-Untersuchung). Derzeit hat die DLRG acht Einsatztaucher, von denen fünf die Qualifizierung zum Taucheinsatzführer haben und somit die Einsatzleitung übernehmen können. Die Einsatztaucher der DLRG Neuenkirchen-Wettringen sind im Katastrophenschutz dem Wasserrettungszug des Kreises Steinfurt angeschlossen.
In den letzten Jahren waren sie vorwiegend bei der Deichsicherung unter der Wasseroberfläche im Einsatz.
„Beim Hochwasser in Metelen im letzten Jahr waren wir zum Beispiel dabei“, berichtet Hemelt. Er vermutet, dass diese Einsätze wegen der häufiger werdenden Hochwasser zunehmen werden. Manchmal geht es auch um Bergung von Geräten oder Gegenständen, seltener um die Rettung oder Bergung von Personen. „Das machen in erster Linie die Feuerwehrtaucher in Rheine.“ Aber wenn ein richtig großes Gebiet abgedeckt werden muss, sind die Neuenkirchener auch bei der Rettungsleitstelle gemeldet und rücken als Verstärkung aus.
So waren die Einsatztaucher vor einigen Jahren bei einer Personensuche in der Ems beteiligt. Der letzte Einsatz dieser Art auf Neuenkirchener Gebiet war vor über zwanzig Jahren, als ein Schwimmer im Offlumer See ertrunken ist und geborgen wurde. Zu diesem Einsatz war Hemelt als Helfer eingesetzt und befand sich selber gerade in der Ausbildung zum Einsatztaucher. Dass in den letzten Jahren verhältnismäßig wenig dieser Einsätze notwendig waren spricht letztendlich auch für die gute Ausbildungsarbeit der DLRG.
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Autor: Daniela Lepper Eingestellt am: 20. September 2011, 12:25 Uhr Eingestellt unter: Aktuell |
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| Abgedruckt in: Natürlich Neuenkirchen, Ausgabe 10 Alle Artikel aus dieser Ausgabe |
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