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Neuenkirchen

Chester erschnüffelt vermisste Personen
Quelle: Archiv
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Katja Littke und Chester
Quelle: Archiv
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Katja und Oliver Littke sind in der Rettungshundearbeit tätig

Wenn sich ältere, demente Personen verirren oder Jugendliche mit Suizidabsichten vermisst werden, kommen sie zum Einsatz. Mit ihren Spürnasen erschnüffeln die Rettungshunde des Deutschen Roten Kreuzes Personen über weite Entfernungen. Katja und Oliver Littke und ihr Retriver-Mischling Chester sind ein eingespieltes Team und regelmäßig im Einsatz, um Menschenleben zur retten.


Letztes Jahr am 24. Dezember verschwand der 24-jährige Student Kristoffer Bernzen spurlos. Am ersten Weihnachtstag nachmittags erhielt Katja Littke als Leiterin der DRK-Rettungshundestaffel Tecklenburger Land die Alarmierung über das Handy. Ihr Mann Oliver machte sich mit dem gemeinsamen Hund Chester und zwei weiteren Helfern der Gruppe, die für die Kommunikation und Navigation zuständig sind, so schnell wie möglich auf den Weg nach Münster, wo der junge Mann zuletzt gesehen wurde. Um 17.00 Uhr trafen sie sich mit der Einsatzleitung zur Besprechung und Gebietsverteilung. Chester schnüffelte bis 22.00 Uhr in der Dunkelheit, doch der junge Mann blieb verschwunden. Dann wurde die Suche abgebrochen. Fünf bis zehn Mal im Jahr sind die Littkes mit ihrem Retriever-Mischling in der Personensuche im Einsatz.  
Im Jahr 1998 schaffte sich die Familie, die zu dieser Zeit noch in Rheinland-Pfalz lebte, einen Golden Retriever an. Wie die meisten gingen die Littkes zur Hundeschule, wo Frauchen Katja schnell auch als Trainerin mitmischte. „Aber wir wollten mit dem Hund auch etwas Sinnvolles tun“ erinnert sie sich. Littke, von Beruf Polizistin und damals bei der Hundertschaft, war oft mit der Suche von vermissten Personen konfrontiert. Mit zahlreichen Kollegen durchkämmte sie Wiesen und Wälder und wurde doch häufig nicht fündig. „Da habe ich gedacht, dass das doch irgendwie schneller und effektiver gehen muss und wurde auf die Rettungshundearbeit aufmerksam. Hier erreicht man mit weniger Einsatzkräften mehr.“
Im Jahr 2001 stieg sie dann in die Rettungshundearbeit ein.
Drei Jahre später zogen die Littkes nach Neuenkirchen um. Ihren Mann Oliver hatte sie längst mit dem Virus Rettungshundearbeit infiziert „Wir wollten natürlich weiterhin mit dem Hund in der Rettung von vermissten Personen tätig sein. Zu dieser Zeit versuchte man gerade in Hörstel eine Staffel aufzubauen, die dann später nach Ibbenbüren umzog“, erinnert sich Littke. Da sie in der neuen Gruppe diejenige mit den größten Erfahrungen in der Rettungshundeausbildung war, rutschte sie schnell in die Leitungsrolle hinein. An der Arbeit fasziniert sie, dass jedes Hund-Mensch-Team anders ist und wie man aus ihnen das Optimale herauskitzeln kann. „Und natürlich, dass man anderen Menschen in Notsituationen helfen kann.“

Allerdings ist die Rettungshundearbeit auch eine sehr zeitintensive Sache. Sieben bis zwölf Stunden in der Woche beschäftigt sich die Neuenkirchenerin damit, manchmal wird auch mal ein ganzer Wochenendtag auf einem Übungsgelände verbracht. Zum Glück teilt ihr Mann ihre Leidenschaft und auch Tochter Ann-Kristin ist damit aufgewachsen. „Sie kennt es nicht anders und hilft mir. Wenn ich mit Chester los muss, dann packt sie die Sachen zusammen, denn sie weiß genau, was ich dafür brauche.“ In diesem Jahr war Littke bisher bei fünf Personensuchen dabei. Die meisten Einsätze finden im Winterhalbjahr statt, denn bei niedrigen Temperaturen müssen vermisste Personen noch schneller gefunden werden, damit sie nicht erfrieren.   

Für die Ausbildung zum Rettungshund, die zwei bis drei Jahre dauert, sei es wichtig, so früh wie möglich zu beginnen. Hunde mittlerer Größen haben sich als am besten geeignet erwiesen. „Für Bernhardiner oder Dackel wird es schwierig“, hat Littke festgestellt. Schließlich müssen die Hunde eine gute körperliche Fitness vorweisen und auch mal über Brombeerranken hinwegklettern können. Wie lange ein Hund am Stück schnüffeln kann, hängt davon ab, wie gebirgig das Gelände ist. Er braucht nach einer gewissen Einsatzzeit eine Pause.


Autor: Daniela Lepper
Eingestellt am: 20. September 2011, 12:10 Uhr
Eingestellt unter: Aktuell
Abgedruckt in: Natürlich Neuenkirchen, Ausgabe 10
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