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Sie wollen sich einmischen - ihre Belange sollen Berücksichtigung finden. Sie wollen das Leben für junge Menschen in Nordwalde lebens- und liebenswert machen. Sie, das sind 13 junge Menschen aus Nordwalde, die das Jugendparlament bilden.
Stefan Averbeck ist einer dieser Jugendlichen. Bereits für die dritte Amtsperiode hat er sich ins Jugendparlament wählen lassen und wurde wieder erster Vorsitzender. „Mir ist es total wichtig, etwas zu bewegen. Denn nur wer aktiv wird und seine Chance im Jugendparlament nutzt, kann etwas erreichen“, betont der 19-Jährige. Als Vermittler zwischen den Jugendlichen der Gemeinde und der Kommunalpolitik ging das Jugendparlament am 23. Mai 2006 an den Start. Und wer jetzt abwinkt und denkt, es sei keine erstzunehmende Gruppe, die sowieso nichts erreicht hat und erreichen wird, sei eines besseren belehrt. Die Einrichtung des Jugendcafé „Kiek In“ kann sich vor allem das Jugendparlament auf seine Fahne des Erfolgs schreiben.
„Auch wenn es ein langer Prozess war, der viele Arbeitsstunden gekostet hat, ist dieses Jugendcafé eine wichtige Errungenschaft des Parlaments gewesen“, erklärt Franz Kowsky. Er hat das Jugendparlament lange als Mentor begleitet und war nicht ganz unbeteiligt an seiner Gründung.
Hervorgegangen ist das Jugendparlament aus dem Jugendforum. Eine Umfrage, die in Kooperation mit dem Jugendamt Steinfurt durchgeführt wurde und eine Rücklaufquote von 70 Prozent hatte, ergab, dass die Jugendlichen in Nordwalde sich eine Mitbestimmung wünschen. Gesagt getan, „das Jugendparlament wurde ins Leben gerufen“, erinnert sich Kowsky. Als pensionierter Lehrer arbeitet er auch heute noch gerne mit jungen Menschen zusammen.
Jetzt hat er allerdings sein Amt an Klaus Grummel abgegeben. „Ich freue mich auf die Aufgabe“, betont der 42-Jährige. Selbst in der Kommunalpolitik engagiert, weiß er um den Wunsch der Mitbestimmung in der Gemeinde.
Auch Felipe Schröer will mitbestimmen. Bereits zum zweiten Mal hat er sich zur Wahl gestellt und wurde erneut in das neue Jugendparlament gewählt.
Als offizieller Vertreter des Jugendparlaments sitzt er noch mit einem weiteren Jugendlichen im Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Soziales der Gemeinde Nordwalde. Hier können die Vertreter des Jugendparlaments die Belange der Nordwalder Jugendlichen vorbringen, jedoch haben sie kein Stimmrecht. „Aber die Möglichkeit der Mitsprache öffnet viele Türen“, erklärt der 16-Jährige. Neben der Eröffnung des Jugendtreffes „Kiek In“ fanden in der Vergangenheit auch noch viele andere Belange der Jugendlichen Gehör.
So wurde die Tageserholungsstätte, die in einem desolaten Zustand war, saniert, bei der Gestaltung eines Kinderspielplatzes Am Woort, wurden die Pläne, die ausschließlich von Erwachsenen entworfen wurden, noch einmal nach jugendlichen Vorstellungen überarbeitet, verunreinigte und beschmierte Buswartehäuschen wurden von Jugendlichen umgestaltet. Die Liste kann noch mit vielen kleineren Projekten vervollständigt werden. „Und auch in Zukunft wollen wir etwas in unserer Gemeinde bewegen“, betont Stefan Averbeck. Genaue Pläne will das Parlament im Rahmen eines „Workshops“ schmieden. Eines sei aber sicher: Die Gestaltung einer Internetseite steht weiterhin im Plan.
Von einem Desinteresse gegenüber der Mitbestimmung kann hier keine Rede sein. „Bei der aktuellen Wahl wurden 26 Jugendliche auf die Liste gesetzt. Aber es gab noch deutlich mehr Interessenten“, erklärt Klaus Grummel. Wahlberechtigt sind alle Nordwalder im Alter von zwölf bis 21 Jahren. Mit 17 Prozent war die Wahlbeteiligung in diesem Jahr allerdings nicht sehr gut. „Da liegt die Schuld wohl auch beim Wahlverfahren. Das müssen wir unbedingt überarbeiten“, sagt Kowsky. Die Jugendlichen hatten während der Schulzeit, aber nur in den Pausen, ihre Stimmzettel abgeben können. Undurchsichtige Wahllisten hatten zu Verzögerungen geführt. „Dann mussten die Schüler wieder in den Unterreicht. Ich vermute, dass deshalb viele ihre Stimme nicht abgegeben haben“, so Kowsky.
Das Jugendparlament Nordwalde sucht bisher noch seinesgleichen. Lediglich in Havixbeck ist eine ähnliche Einrichtung vorgesehen. „Erst kürzlich haben wir unsere Arbeit in der Nachbargemeinde Altenberge vorgestellt. Wir sind gespannt, ob sich da etwas Ähnliches entwickeln wird“, sagt Stefan Averbeck.
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Autor: Meike Kluska Eingestellt am: 25. Januar 2011, 13:48 Uhr Eingestellt unter: Aktuell |
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| Abgedruckt in: Wir Zwei, Ausgabe 7 Alle Artikel aus dieser Ausgabe |
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