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Sie begegnen uns tagtäglich in den Medien; die Zeitungen, Radiosendungen und TV- Ausstrahlungen sind übervoll von Meldungen über Katastrophen, Verkehrsunfällen, Attentaten und menschlichen Schicksalen. In vielen Fällen macht sich lediglich ein kurzfristiges Entsetzen breit, dann geht es weiter zur Tagesordnung da man nicht selbst betroffen ist. Doch was geschieht am Unfallort, im Katastrophengebiet oder der Unglückstelle mit den Betroffenen? Wer kümmert sich und wer hilft den Helfern das Geschehene und Gesehene zu verarbeiten?
Seit einigen Jahren haben wir ein Bild vor Augen, wenn es um die Helfer geht, die bei Massenkarambolagen, Zugunglücken oder, wie im vergangenen Jahr bei der Love Parade in Duisburg, erste Hilfe für die „Seele“ leisten. Es sind die Notfallseelsorger, gut zu erkennen an den violetten Westen mit dem auffälligen Logo, die sie während des Einsatzes tragen. Sie werden von der Polizei-leitstelle informiert und sind in der Regel innerhalb von 15 – 20 Minuten vor Ort. Immer mit dabei ist der Einsatzkoffer, in dem alle für den Notfall wichtigen Dinge untergebracht sind. Da gibt es neben Kerzen, Taschentüchern und Gebetskärtchen, auch ein Stofftier. Es „wohnt“ bis zu seinem Einsatz in der Tasche. Der Inhalt der Tasche muss mit eigenen Mitteln der Notfallseelsorge finanziert werden. Deshalb sind auch hier Spenden wichtig und notwendig.
Die Aufgaben der Notfallseelsorge sind vielfältig. Sie betreuen Familien direkt nach einem plötzlichen Kindstod oder nach dem Suizid eines Angehörigen und sprechen bei besonders tragischen Einsätzen, wie zum Beispiel nach dem Amoklauf in Emsdetten oder nach dem Busunglück einer Seniorengruppe aus Hopsten, mit den Angehörigen. „Es war schon ein sehr ergreifendes Bild, als seinerzeit die Autos in Hopsten vorfuhren und 16 Notfallseelsorger die Angehörigen in Hopsten aufsuchten. Da mussten selbst die erfahrensten von uns einmal kräftig durchatmen“, erzählt Peter Siefen. Sie haben die schwere Aufgabe z. B. Todesnachrichten nach Unfällen zu überbringen. Da wo den meisten von uns die Stimme versagt, die Worte fehlen und Hilflosigkeit sich breitmacht sind sie da. Sie trösten, erklären, halten Hände und nehmen in den Arm.
Diakon Peter Siefen und Pfarrer Andreas Finke organisieren die Einsätze der Notfallseelsorge in Kreis Steinfurt, die je nach Kapazitäten des Notfallseelsorgers entweder eine ganze Woche, von Freitag bis Sonntag oder Sonntag bis Freitag dauert. Während dieser Zeit ist das Handy ständiger Begleiter der Männer und Frauen und auch der Notfallkoffer ist immer dabei.
Erst Mitte der 1990er Jahre wurde damit begonnen, die Notfallseelsorge zu strukturieren und organisieren. Mitstreiter der ersten Stunde war Schiffermissionar Wolfgang Busse. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden bei Unglücksfällen zwar auch schon Geistliche zur Unterstützung und Betreuung der Angehörigen gerufen, das war jedoch eher zufällig und vom Einsatzbeamten abhängig.
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Autor: Petra Wall Eingestellt am: 15. Juli 2011, 10:27 Uhr Eingestellt unter: Reportage |
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