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Am 18. März 1911 eröffnete in Berlin an der Königsstraße 33 die erste C&A-Filiale in Deutschland. Dieses einschneidende Ereignis der Geschichte des Unternehmens, das von den Mettingern Clemens und August Brenninkmeier gegründet wurde, nahm die Familie zum Anlass, erstmals die Historie erforschen zu lassen. Die Ergebnisse können Besucher nun seit Mai in der 3. Sonderausstellung der Draiflessen Collection „C&A zieht an! Impressionen einer 100-jährigen Unternehmensgeschichte“ bewundern.
Wer kennt sie nicht, die blau-weißen C&A-Logos mit dem roten, gewellten Rand, die Palomino-Pferde, die die Kinderkleidung in den 1970er Jahren prägte, den Formtreu-Anzug, der nach Zerknitterung von alleine wieder seine Form sprang und den gelben Schnupperhund, der immer die günstigsten Preise erschnupperte? Beim einem Besuch der Draiflessen-Collection-Ausstellung „C&A zieht an! Impressionen einer 100-jährigen Unternehmensgeschichte“ treffen die Besucher viele Bekannte und es ist ein wenig wie eine Reise in die Vergangenheit. Dabei ist die Unternehmensgeschichte oft auch mit der politischen und wirtschaftlichen Geschichte verwoben. Das Kleine Schwarze in den 1920er Jahren, Hüte in den 1930er Jahren und die Miniröcke in den 1960er Jahren sind ein Spiegel der Gesellschaft. Selbst die Mondlandung wirkte mit weißen Stiefeln auf die Trends ein. In den einzelnen Ausstellungsbereichen werden die Themen Marken, Mode, Mitarbeiter, Architektur, Werbung und die Warenwirtschaft beleuchtet.
Hanne Katharina Suthe, die die Führung leitet, weiht die Besucher zu Beginn in das Humpische, die Geheimsprache der Tüötten, die eine Mischung aus Plattdeutsch, Deutsch und Niederländisch ist, ein: „Der Name ‚Draiflessen’ setzt sich aus den Wortteilen ‚Drai’ und ‚flessen’ zusammen. ‚Drai’ steht für die Zahl drei und auch für die Dreifaltigkeit. ‚Flessen’ bedeutet Flachs und war somit ein Symbol für die Heimat.“
Das Motto von C&A war schon immer „We are family“. Das gilt nicht nur für die Brenninkmeiers, die das Unternehmen mittlerweile in sechster Genera-tion führen, sondern auch für das Sortiment, das sowohl Damen-, als auch Herren- und Kindermode umfasst. Der Anspruch sei von jeher gewesen, gute Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Suthe wird nicht müde zu betonen, dass auch die Mitarbeiter immer Teil des Familienunternehmens und dieser Erfolg ohne sie nicht möglich gewesen wäre. „Wie ein Haus auf einem Fundament steht, sind die Mitarbeiter die Säulen des Unternehmens.“ Als Dank laufen die Namen aller 26 000 Mitarbeiter in einer Endlosschleife durch elektrische Anzeige, die alleine 16 Stunden braucht, um einmal durchzulaufen.
Werbeanzeigen für das erste C&A-Konfektionshaus in Berlin, auf dem noch der ursprüngliche Firmenname „C&A-Brennikmeyer“ angegeben ist, sind ebenso zu sehen, wie Modelle unterschiedlicher Filialen. „Das Unternehmen hat immer großen Wert darauf gelegt, sich in die Architektur der jeweiligen Stadt anzupassen. Deshalb sieht jedes Haus anders aus“, erklärt Suthe. An den Formtreu-Anzug, der seiner Form immer treu blieb, können sich die meisten Ausstellungsbesucher noch erinnern. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit dem Schnupperhund und dem Palomino-Pferd. Von beiden gab es für die Kinder Plastikfiguren als Giveaways. Selbst die bekannten Automatenpferde, die bis heute in vielen Filialen zu finden sind, haben ihren Platz in der Ausstellung gefunden. Die Besucher können sogar einen Ritt auf den wackeligen Tierchen wagen. Ohnehin ist die Ausstellung sehr interaktiv aufgebaut: Werbefilme können geschaut, Memory mit Kleidungsstücken gespielt oder mittels einer extra erstellten App „100 Spotlights“ der Unternehmensgeschichte auf einem iPad angesehen werden.
Immer wieder verrät die Museumsführerin interessante kleine Details der Firmengeschichte. So gelang es C&A in den 1980er Jahren mit LkW mit extra kleinen Hinterrädern, mehr Waren zu transportieren, weil durch die kleinen Räder mehr Stauraum geschaffen wurde. Auch die Zahlen aus der Warenwirtschaft beeindrucken: Täglich erreichen eine Million Teile Deutschland. Fast die gesamte Ware wird im Ausland gefertigt. 56 Prozent werden per Schiff, 37 Prozent per Bahn und LkW und 7 Prozent mit dem Flugzeug angeliefert.
Herzstück der Ausstellung ist das immer wiederkehrende blau-rot-weiße Logo, das an die Farben der niederländischen Nationalflagge erinnern soll. Nicht nur seine Entwicklung wird ausführlich dargestellt, sondern am Ende können die Besucher auch von einem begehbaren Logo aus eine neue Perspektive auf die Ausstellung gewinnen.
Wer erfahren will, wie die Mondlandung die C&A-Mode beeinflusst hat, einen Ritt auf einem Automaten-Palomino wagen oder einen Einblick in die umfangreiche Warenwirtschaft erhalten will, sollte sich diese lebendige und unterhaltsame Ausstellung nicht entgehen lassen. Sie kann noch bis zum 8. Januar 2012 mittwochs und donnerstags nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. Anmeldungen sind montags bis donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr unter der 0 54 52 / 91 68 35 00 möglich.
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Autor: Daniela Lepper Eingestellt am: 17. Juni 2011, 10:30 Uhr Eingestellt unter: Aktuell |
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| Abgedruckt in: Marktplatz Mettingen, Ausgabe 8 Alle Artikel aus dieser Ausgabe |
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