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Altenberge

Energieautark bis 2050?
Quelle: Daniela Lepper
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Bürgermeister Jochen Paus
Quelle: Daniela Lepper
Quelle: Daniela Lepper
Quelle: Daniela Lepper
Altenberge durch verschiedene Projekte auf gutem Weg zur Energieselbstversorgung

Weg von den fossilen Brennstoffen – das ist das Hauptziel der Gemeinde Altenberge wenn es um das große und aktuelle Thema Energie geht. Bis 2050 wird die Energieautarkie angestrebt, doch schon jetzt gibt es einige zielgerichtete Projekte, die die Selbstversorgung mit vorantreiben.


Im Rahmen einer vom Kreis Steinfurt für alle 24 Kommunen in Auftrag gegebenen Studie wurde für die Gemeinde Altenberge als erste Gemeinde der Energiesteckbrief fertiggestellt.

Und die Bilanz kann sich sehen lassen: Im Bereich der Stromversorgung ist die Energiebilanz bereits ausgeglichen. „Wir waren mit dem Thema beizeiten am Ball. Das hat einen hohen Stellenwert hier“, zeigt sich Bürgermeister Jochen Paus stolz. Die Gemeinde verbraucht insgesamt 43 Gigawattstunden Strom im Jahr. Größter Konsument sind die Privathaushalte, die 50 Prozent des Stroms verbrauchen, knapp gefolgt von Industrie und Handel mit 44 Prozent. Jeweils drei Prozent werden von Landwirtschaft und kommunalen Liegenschaften genutzt.

Ausschlaggebend für dieses gute Ergebnis sind die beiden Windparks mit insgesamt 25 Windkraftanlagen, die 64 Prozent des benötigten Stroms produzieren. „Ein bisschen Aufgeschlossenheit gehört natürlich dazu“, weiß Paus. Schließlich laufen in anderen Städten die Einwohner schon mal Sturm gegen die „Verspargelung der Landschaft“. Jeweils acht Prozent werden durch den Einsatz von Deponiegas, einem Biomassekraftwerk und aus Hausmüll erzeugt, zwei Prozent fallen noch auf die solare Energie. Auch in diesem Bereich zeigt sich Altenberge vorbildlich: Da für die Anbringung von Fotovoltaikanlagen bestimmte Voraussetzungen, wie beispielsweise eine bestimmte Dachneigung, vorhanden sein müssen, kommt nicht jedes Privathaus infrage. Für Bürger, die kein passendes Haus, aber trotzdem Interesse an dieser alternativen Art der Energiegewinnung haben, hat die Gemeinde Dächer von kommunalen Gebäuden wie dem Feuerwehrgerätehaus, Sporthallen und dem Hallenbad kostenlos für Bürgersolarkraftwerke zur Verfügung gestellt. Mit den sieben Kraftwerken decken die Bürger damit inzwischen den Stromjahresbedarf von 45 Einfamilienhäusern. Die drei noch freien Dächer sollen nun für gemeinnützige Vereine freigegeben werden. Das Finanzierungsmodell stehe bereits.

650.000 Euro aus dem Konjunkturpakat II hat die Gemeinde im letzten Jahr für den Bau eines Blockheizkraftwerks, das ab Ostern vom Deponiegas gespeist wird,  investiert. Es produziert Wärme, mit dem kommunale Einrichtungen wie Schulen und Sporthallen beheizt werden. Der gleichzeitig produzierte Strom wird ins Netz eingespeist und die Vergütung kassiert. So wird sich die Investition bereits innerhalb von zwei Jahren amortisiert haben. Wenn die Energie nicht ausreicht, springt eine Holzhackschnitzelheizung ein. „Dadurch werden rund 350 Tonnen CO2 weniger in die Luft geblasen“, erklärt Paus.

Doch die Gemeinde setzt nicht nur auf alternative Energieproduktion, sondern versucht auch an anderer Stelle, den Verbrauch zu reduzieren. Mit der Initiative „Haus im Glück“ haben Gemeindemitarbeiter das ältere Baugebiet „Großer Berg“ bereist und Hilfestellung in Sachen Stromverbrauchssenkung angeboten. Anwohnern wurde erklärt, wie sie mit wenig Aufwand die Wärmedämmung ihrer Häuser verbessern können. „Das ist richtig gut angenommen worden“, freut sich der Bürgermeister. Diese Aktion soll im nächsten Jahr fortgeführt und auf weitere Wohngebiete aus den 70er Jahren ausgedehnt werden.    

Keinen Einfluss hat die Gemeinde natürlich auf den Energieverbrauch der privaten Haushalte. „Hier wird ja immer noch mit Öl und Gas geheizt oder Benzin mit dem Auto verfahren.“ Doch Paus’ Idee ist einfach: „Dann müssen wir eben in den von uns beeinflussbaren Segmenten noch mehr produzieren als heute.“ In erster Linie denkt er da an die Windparks, die inzwischen acht Jahre alt sind. „Da ist die Technik nicht mehr auf dem neusten Stand.“ Nach zehn Jahren können die alten Anlagen durch neuere, effektivere ersetzt werden. Zudem ist er sich sicher, dass sich die Technik in den nächsten 40 Jahren noch so weit entwickeln wird, dass noch mehr Energie eingespart oder alternativ produziert werden kann. „Da werden wir Augen und Ohren offen halten.“ Schließlich wurde die Gemeinde bereits im letzten Jahr mit dem European Energy Award in Silber ausgezeichnet. „Das nächste Mal wollen wir Gold.“


Autor: Daniela Lepper
Eingestellt am: 15. November 2010, 08:21 Uhr
Eingestellt unter: Aktuell
Abgedruckt in: Wir Zwei, Ausgabe 6
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